Pfadfinder-Gebet

Herr Jesus Christus,
Du hast gesagt: Seid bereit !

Dieses Wort ist mein Wahlspruch. Allzeit Bereit will ich sein,
und nach deinem Beispiel handeln. Wahr im Reden, verlässlich
im Tun. Zu Deiner Kirche will ich halten, und allen Menschen Bruder (Schwester) sein.
Bereit zum Verzeihen, selbstlos im helfen. Geduldig, wenn es schwierig wird.
Zeige mir meinen Weg und begleite mich auf dem Pfad, der zum Leben führt.
Dir will ich folgen und mein bestes tun,
hilf mir dazu und segne mich,
Amen.


 

Fünf Vorstätze für den Tag

Ich will bei der Wahrheit bleiben.
Ich will mich keiner Ungerechtigkeit beugen.
Ich will frei sein von Furcht
Ich will keine Gewalt anwenden.
Ich will in jedem zuerst das Gute sehen.

Mahatma Gandhi

 


Das Versprechen

Im Versprechen drückt der Pfadfinder seine Bereitschaft aus, seinen Weg im Leben gemäß der Leitlinien:
Wahrheit
Freiheit
Hoffnung und
Tätige Solidarität
im Sinne des Pfadfindergesetzes zu gehen. Fundament dazu ist die Annahme der Verpflichtung gegenüber sich selbst, den anderen und Gott. Mit Ablegen des Versprechens, daß vor der ganzen Runde erfolgt, gehört er/sie zur weltweiten Gemeinschaft der Pfadfinder. In einigen Ländern wird dieser Aspekt dadurch unterstrichen, daß erst nach dem Versprechen die Lilie für die Kluft überreicht wird.

 

 

 


    Zitate von Lord Robert Baden Powell

    • Alle Versprechen sind wichtige Dinge und sollten niemals gebrochen werden. Aber wenn du etwas bei deiner Ehre versprichst, würdest du eher sterben, als solch ein Versprechen zu brechen.

    • „Seid bereit“ bedeutet, dass ein Pfadfinder jeden Moment in der Lage sein muss, seine Pflicht zu tun.

    • Die Natur gab uns eine Zunge, aber zwei Ohren, so dass wir doppelt so viel hören können als wir sprechen

    • Selbstachtung, nicht Selbsteinschätzung, erzeugt Respekt bei anderen.

    • Ich persönlich habe festgestellt, dass das beste Gegenmittel gegen Zorn darin besteht, anzufangen zu pfeifen.

    • Leben ohne Würdigung der Schönheit ist wie ein trüber Tag ohne Sonne.

    • Niemand ist sehr gut, wenn er nicht an Gott glaubt und seine Gesetze hält. Deshalb muß jeder Pfadfinder eine Religion haben.

    • Wir streben nach Ausübung des Christentums im täglichen Leben und Handeln und nicht nur nach dem Bekenntnis am Sonntag.

    • Der Mensch, der keine Pläne macht, macht im Leben keine Fortschritte.

    • Pfeif auf die Regeln! Probiere es aus.

    • In Liebe gegründete Freiheit kann Wunder wirken. Denk darüber nach.

    • Ein Lächeln ist ein geheimer Schlüssel, der viele Herzen aufschließt.

    • Ich meine, wir Pfadfinder sollten zu den christlichen Tugenden eine weitere hinzufügen: die Heiterkeit.

    • Etwas Gutes sollst du an jedem Tag deines Lebens tun.

    • Leistet die gute Tat nicht nur für eure Freunde, sondern auch für Fremde, selbst für eure Feinde.

    • Wann immer du eine Freude oder ein gelungenes Ereignis genießt oder erfolgreich eine Sache tust, danke Gott dafür.

    • Ich glaube, dass Gott uns in diese Welt gesetzt hat um glücklich zu sein und uns des Lebens zu freuen.

    • Ich sehe keinen Schaden darin, Gott mit eurem Körper genauso wie mit eurem Verstand zu verehren.

    • Ihr solltet lernen, wie man betet, nicht, wie man Gebete herunterleiert.

    • Ein alter Pfadfinder ist voller Findigkeit. Aus allen Schwierigkeiten oder Nöten findet er einen Weg.

    • Christus gab sein Leben, um uns ein Beispiel zu geben, nämlich „bereit zu sein“ die richtige Sache für andere zu tun.

    • Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen als Ihr sie vorgefunden habt.

      Lord Robert Baden-Powell

 

 


Das Pfadfinder-Gesetz

Baden-Powell hat das Pfadfindergesetz folgendermaßen ausgedrückt :

Auf die Ehre eines Pfadfinders ist Verlaß!
Der Pfadfinder ist treu!
Der Dienst des Pfadfinders ist : nützlich zu sein und anderen zu helfen.
Der Pfadfinder ist ein Freund zu allen und ein Bruder zu jedem anderem Pfadfinder.
Ein Pfadfinder ist höflich!
Ein Pfadfinder ist ein Freund zu den Tieren!
Ein Pfadfinder befolgt die Anordnungen seiner Eltern, Kornetts oder seines Pfadfinderleiters aus freiem Willen!
Ein Pfadfinder lacht und pfeift in allen Schwierigkeiten!
Ein Pfadfinder ist sparsam!
Ein Pfadfinder ist rein in Gedanke, Wort und Tat!


Fassung von 2005
Anmerkung: Auf diese Fassung entfielen bei einer Mitgliederbefragung die meisten Stimmen. Anschließend wurde sie bei der Bundesversammlung 2005 der DPSG mit der neuen Ordnung beschlossen.

Als Pfadfinderin .../Als Pfadfinder ...

... begegne ich allen Menschen mit Respekt und habe alle Pfadfinder und Pfadfinderinnen als Geschwister.
... gehe ich zuversichtlich und mit wachen Augen durch die Welt.
... bin ich höflich und helfe da, wo es notwendig ist.
... mache ich nichts halb und gebe auch in Schwierigkeiten nicht auf.
... entwickle ich eine eigene Meinung und stehe für diese ein.
... sage ich, was ich denke, und tue, was ich sage.
... lebe ich einfach und umweltbewusst.
... stehe ich zu meiner Herkunft und zu meinem Glauben.


 

Der schwarze Rabe

Was hat unser "Wappentier", der schwarze Rabe, mit unserem Stamm zu tun? die Antwort findet sich in einer Passage aus dem Buch der Dialoge von Papst Gregor dem Großen. Er schreibt über unseren Stammespatron, den Hl. Benedikt von Nursia:

Die Anfeindung
(II,8,1)

GREGOR: In jener Gegend hatte sich bereits weit und breit die Liebe zu unserem Herrn und Gott Jesus Christus entzündet. Viele verließen das Treiben der Welt und beugten unter das sanfte Joch des Erlösers [vgl. Mt 11,30]. Die Schlechten aber beneiden immer die anderen um die Frucht der Tugend, um die sie sich selbst nicht mühen.

So verhielt es sich auch mit Florentius, dem Priester einer benachbarten Kirche, dem Großvater unseres Subdiakons Florentius. Von der Bosheit des Alten Feindes angestachelt, war er eifersüchtig auf das Wirken des heiligen Mannes. Er fing an, dessen Mönchsleben zu verleumden und, wenn er eben konnte, jeden von einem Besuch bei ihm abzuhalten.

(II,8,2)

Florentius musste schließlich einsehen, dass er dem Ansehen Benedikts nicht entgegenwirken konnte. Der gute Ruf von dessen Mönchsleben verbreitete sich immer mehr, und unablässig fühlten sich viele durch die Kunde über ihn zu einer besseren Lebensgestaltung gerufen. Florentius aber verzehrte sich mehr und mehr in der Flamme des Neides und wurde immer boshafter; denn das Lob für die Lebensweise Benedikts hätte er gern selbst eingeheimst, aber ein lobenswertes Leben führen wollte er nicht.

Blind vor finsterem Neid ging er so weit, dem Diener des allmächtigen Gottes vergiftetes Brot zu senden, als wäre es gesegnetes Brot. Mit einem Dankgebet nahm es der Mann Gottes an, doch blieb ihm nicht verborgen, welches Unheil sich darin verbarg.

(II,8,3)

Zur Stunde der Mahlzeit flog immer ein Rabe aus dem nahen Wald herbei und erhielt Brot aus der Hand Benedikts. Der Rabe kam nun wie üblich; der Mann Gottes warf ihm das Brot vor, das der Priester ihm geschickt hatte, und trug ihm auf: »Im Namen unseres Herrn Jesus Christus: Nimm dieses Brot und wirf es an einer Stelle weg, wo es kein Mensch findet!« Da sperrte der Rabe seinen Schnabel auf, spreizte seine Flügel und hüpfte krächzend um das Brot herum, als müsste er deutlich machen, dass er zwar gehorchen wolle, den Befehl aber nicht ausführen könne. Wieder und wieder befahl ihm der Mann Gottes: »Heb es auf, heb es ruhig auf und wirf es dort weg, wo niemand es finden kann!« Nach langem Zögern fasste es der Rabe endlich mit dem Schnabel, hob es auf und flog davon.

Drei Stunden später kam er ohne das Brot zurück und erhielt nun wie gewohnt aus der Hand des Mannes Gottes sein Futter.